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JVA

Diese JVA toppt alles – ein Tag im härtesten Jugendgefängnis der Welt

Es ist die härteste Jugendvollzugsanstalt – oder auch JVA – der Welt. Und obwohl es sich kaum von einem richtigen Gefängnis unterscheidet, sind hier sogar Kinder inhaftiert. Die Rede ist von der Wabash Valley Correctional Facility im amerikanischen Bundestaat Indiana. In dem Hochsicherheitsgefängnis sitzen neben einigen volljährigen Straftätern hauptsächlich 40 Jugendliche ein – aufgrund ihrer schwerwiegenden Verbrechen. Gemeinsam mit erwachsenen Straftätern und manchen gefährlichen Gangmitgliedern müssen sie dort Haftstrafen von bis zu 65 Jahren verbüßen.

Wir zeigen euch, mit welchen Schwierigkeiten sie zu kämpfen haben und welche Bestrafungen ihnen für Fehlverhalten drohen. Ebenfalls präsentieren wir aber auch, welche Hoffnungen sie für ihre Zukunft haben und wie sie ihren Alltag trotzdem positiv gestalten. Es bleibt also spannend, hier bei Wissenswert!

Beginnen wir unseren Beitrag damit, erst einmal zu erklären, was die Wabash Valley Correctional Facility eigentlich genau ist. Das Gefängnis wurde 1992 errichtet und liegt in Indiana, einem Bundesstaat im mittleren Westen der USA. Das Gefängnis erfüllt höchste Sicherheitsstandards, denn dort sind über 2.000 der schwersten Kriminellen der USA inhaftiert. Sie werden von einem 4,60 Meter hohen Zaun von der Außenwelt abgeschottet, und Stacheldraht sowie ein Elektrozaun sollen Fluchtversuche verhindern. Dafür sollen auch die 6 Wachtürme und die über 750 Mitarbeiter sorgen. Wabash wirkt auf den ersten Blick wie jedes andere Gefängnis, doch hier sitzen wie erwähnt nicht nur erwachsene Kriminelle ihre Strafe ab. Stattdessen beherbergt vor allem der sogenannte Block D über 40 Teenager und sogar Kinder, die so schwere Verbrechen begangen haben, dass sie in den USA deshalb nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt wurden. Hier sind sie so lange untergebracht, bis sie mit 18 Jahren in den normalen Strafvollzug wechseln. Konkret bedeutet das für sie, dass sie bis zu 18 Stunden am Tag in ihren Zellen eingesperrt sind.

Genau dort beginnt für die Jugendlichen dann auch ein gewöhnlicher Tag – und das schon relativ früh. Um 6 Uhr morgens werden sie bereits von den Wärtern geweckt und müssen sich anschließend vor ihren Zellen aufstellen. Die ca. 10 Quadratmeter große Zelle müssen sie sich in der Regel zu zweit teilen, und die Insassen verfügen über keinerlei Annehmlichkeiten oder Luxus. Sogar einen eigenen Fernseher müssen sie sich durch gutes Benehmen erarbeiten. Dinge wie PCs oder Videospiele gibt es für die Jugendlichen in Wabash zum Beispiel gar nicht. Stattdessen ist ihr Alltag geprägt von Disziplin und Drill. Nachdem sich die Jugendlichen vor ihre Zellen gestellt haben, kommen Wärter vorbei, die eine Zählung der Häftlinge vornehmen. Wenn dieser Prozess absolviert wurde, kommt es direkt zum nächsten Tagespunkt, dem Frühstück. Das findet, wie alle anderen Aktivitäten auch, im großen Gemeinschaftsraum des Blocks statt, der im Zentrum des Gebäudes liegt.

Nach dem Frühstück beginnt für die Insassen dann etwas, was man in einem Gefängnis eigentlich nicht erwarten würde: Und zwar geht es für alle minderjährigen Insassen anschließend zum Schulunterricht. Die Gefängnisleitung will den Jugendlichen nämlich die Chance geben, ihren High-School-Abschluss nachzuholen. Das ist Teil ihres Resozialisierungsprogramms, denn auch wenn sie teilweise sogar bis zu 65 Jahre in Haft bleiben müssen, sollen sie nach ihrer Entlassung die Chance haben, ein normales Leben führen zu können, wofür ein Schulabschluss extrem wichtig ist. Doch während die meisten Teenager in ihrem Alter gemeinsam an der High-School unterrichtet werden und dort auch mit ihren Freunden abhängen, werden die Jugendlichen in Wabash im Gemeinschaftsraum des Blocks unterrichtet. Dort bekommen sie Unterricht in Mathematik, Sprach- und Naturwissenschaften.

Anders als an einer normalen High School werden jegliche Vergehen, wie etwa mit anderen Häftlingen während des Unterrichts zu reden, hier extrem hart geahndet. Sollte eine Insasse auch nur einmal negativ auffallen, wird sie umgehend in ihre Zelle geschickt und eine Zeit vom Unterricht suspendiert. Tatsächlich erklärten allerdings einige Lehrer in Interviews, das ihr Unterricht im Gefägnis von den Häftlingen sehr gut angenommen wird und jeder auch ein großes Interesse daran hat, sich weiterzubilden. Dass jemand den Unterricht stört, soll laut einer Lehrerin fast nie vorkommen. Für viele ist der Unterricht nämlich das Highlight des Tages. Während die Teenager grade im Unterricht sitzen, kommen übrigens zur gleichen Zeit, gegen 9.00 Uhr morgens, an einem Tag im Monat die neuen Häftlinge an. Sie werden in gepanzerten Fahrzeugen zum Gefängnis gebracht und tragen Hand- und Fußfesseln, damit sie keine Fluchtversuche unternehmen können. Die Abläufe sind im Team routiniert, denn jedes Jahr kommen etwa 50 neue Gefangene in der Strafanstalt an, und oftmals ist es nicht das erste Mal für die Teenager. Für viele Häftlinge, wie den 17-jährigen Jacob Eldridge, der gegen Bewährungsauflagen verstoßen hat, ist es der zweite Aufenthalt im Wabash-Valley-Gefängnis.

Generell sind Jugendliche wie Jacob keine Ausnahme. 2019 waren in den USA 48.000 Teenager inhaftiert. Die meisten davon in Haftanstalten ähnlich wie Wabash. Obwohl hier erst Kinder ab 12 Jahren mit einer Mindeststrafe von 2 Jahren inhaftiert sind, sind in den USA auch schon 9-jährige Kinder für einige Tage ins Gefängnis gekommen, weil sie zum Beispiel die Schule geschwänzt oder sich im Auto nicht angeschnallt haben. Damit halten die USA den Spitzenplatz unter allen westlichen Industriestaaten. Für Jacob und den 16-jährigen Aaron McCain, der wegen Raub zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt wurde, geht es nun nach der Ankunft weiter in Zellenblock D. Dort werden sie nicht nur von den Mitinhaftierten begrüßt, sondern auch von dem Justizvollzugsbeamten Morrissey. Der ehemalige Offizier hat im Block das Sagen, und alle Teenager hören auf sein Wort. Die Konsequenzen, die folgen, wenn man sich ihm widersetzt, so sagt er selber, will man nie kennenlernen.

Doch nicht jeder ist so taff wie Morrissey. Im Zellenblock gibt es beispielsweise auch gute Seelen, wie etwa die Sozialarbeiterin Aleta Burnett, die sich um die Jugendlichen kümmert und sie berät. Die Insassen können mit allen Fragen zu ihr kommen, und sie bespricht mit ihnen, wie sie die Zeit im Gefängnis am besten Nutzen können oder welche Möglichkeiten für eine vorzeitige Haftentlassung bestehen. Für manche Insassen ist sie fast wie ein Mutter, weshalb sie auch den Spitznamen Mommy trägt. Am Mittag gibt es dann für die Insassen eine Pause, in der sich alle in der Regel zum Gemeinschaftsraum begeben und dort das jeweilige Mittagsgericht essen. Das Essen ist sehr einfach gehalten, und nur an Feiertagen bekommen die Teenager eine besondere Mahlzeit wie Grillhähnchen, frischen Salat oder Nachtisch. Für alle anderen Annehmlichkeiten oder Süßigkeiten müssen die Jugendlichen lange Arbeiten und ihr Taschengeld zusammensparen.

So wie etwa der 18-jährige Blake Layman, der erst kürzlich sogar seinen Geburtstag im Gefängnis feierte. Während andere Jugendliche in seinem Alter eine große Party schmeißen, hat sich Blake nämlich sein Taschengeld zusammengespart, um mit einigen Keksen und Süßigkeiten eine eigene kleine Geburtstagstorte zu basteln. Die teilt er sich mit seinen Mitinsassen. Wie er selbst sagt, war das der größte Luxus, den er in der letzten Zeit genießen durfte. Blake wird noch viele Geburtstage so feiern müssen, denn der Teenager hat ein Menschenleben auf dem Gewissen und wurde im Alter von 16 Jahren zu 54 Jahren Haft verurteilt.

Nach dem Mittagessen gehen einige Teenager ihrer Arbeit nach und putzen die Flure oder helfen in der Küche aus. Sie sollen sich aber auch mit ihren Taten auseinandersetzen und sich beispielsweise in der Gefängnisbücherei Wissen über das Rechtssystem anzueignen. Sie hoffen, dass sie Schlupflöcher entdecken und vielleicht doch noch frühzeitig entlassen werden können. Dabei helfen ihnen Insassen aus dem Erwachsenen-Trakt, die dort als Mentoren angestellt sind. Die Jugendlichen haben am Morgen und Abend jeweils eine Stunde Freizeit, die sie frei innerhald der Anlage nutzen können. Nachdem sie dann zurück in ihre Zellen kehren, werden sie für den Rest des Tages eingeschlossen. Nur zum Abendessen dürfen sie die Zellen noch einmal verlassen.

Doch neben dem zugegeben sehr eingeschränkten Zugang zu Wissen und der knappen Freizeit ist der Alltag in Wabash alles andere als leicht. Die Jugendlichen kommen selbst oft aus einem Elternhaus, wo sie täglich mit heftigen Auseinandersetzungen rechnen mussten. Auch im Gefängnis kommt es immer wieder zu Handgreiflichkeiten und Streitereien unter den Häftlingen. Die Wärter haben eine Null-Toleranz-Grenze und bestrafen solche Ausschreitungen hart. Schon bei kleinen Vergehen werden ihnen Privilegien wie der eigene Fernseher entzogen. Bei Handgreiflichkeiten drohen ihnen sogar 3 Monate Einzelhaft oder eine direkte Verlegung in den Trakt für die erwachsenen Straftäter. Auch Teenager, die ihren 18. Geburtstag hinter sich oder ihren Highschool-Abschluss erfolgreich bestanden haben, müssen ihre wenigen Habseligkeiten packen und umziehen. Sie werden in den Trakt für den Regelvollzug verlegt und tauschen 40 Teenager gegen 2.000 Schwerstkriminelle.

Das war es mit unserem Beitrag über den härtesten Jugendknast der Welt. Schreibt uns gerne unten in die Kommentare, was ihr von dem Gefängnis und seinen Maßnahmen haltet, wir sind mal gespannt. Ansonsten hinterlasst uns gerne eine Bewertung und schaut für weitere spannende Inhalte unbedingt auf unserer Startseite vorbei! Bis zum nächsten Mal, hier bei Wissenswert.

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2 Comments

  • Ich persönlich finde das Gefängnis ganz ok und hatte es jetzt gar nicht als den härtesten Jugendknast eingeschätzt.

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