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Ein Tag im Leben einer blinden Familie

Wir möchten euch heute von der Familie Bartling erzählen. Dazu gehören Hanna, Jessy, Abi, David, Obed und Bethany und ihre Eltern Joe und Karen. Schon auf den ersten Blick fällt auf, dass diese Familie anders ist als andere Familien, denn alle Kinder der Familie Bartling wurden adoptiert. Und alle Kinder der Familie Bartling sind blind. Das sorgt nicht nur für ein ziemlich wildes Zusammenleben, sondern stellt auch die Eltern vor immer neue Herausforderungen.

Doch wie kam es überhaupt dazu, dass Joe und Karen sechs blinde Kinder adoptierten, und wie verbringt die Familie ihren Alltag? Diesen Fragen gehen wir heute auf den Grund und zeigen euch deswegen einen Tag im Leben einer blinden Familie. Es wird also wie immer sehr interessant, hier bei Wissenswert!

Ach, und schreibt uns doch mal unten in die Kommentare, ob ihr euch auch vorstellen könntet, ein Kind, vielleicht sogar ein blindes, zu adoptieren. Wir sind gespannt.

Deshalb haben diese Eltern sechs blinde Kinder

Bevor wir aber auf den genauen Tagesablauf der Familie eingehen, werfen wir einen kurzen Blick auf die bisherige Lebensgeschichte der Familie: Joe und Karen Bartling träumten immer von einer großen Familie, aber nach der Geburt ihres ersten Sohnes hatte das Ehepaar aus Virginia Probleme, weitere Kinder zu bekommen. Nachdem mehrere künstliche Befruchtungen fehlschlugen, beschlossen Joe und Karen schließlich, ein Kind zu adoptieren. Über eine Bekannte erfuhren sie zufällig von der 2-jährigen Hanna, die aufgrund einer Entwicklungsstörung ohne Augen geboren wurde und in einem Waisenhaus in Südkorea lebte.

Sie verliebten sich sofort in ein Foto von Hannah, und ihnen war anfangs nicht klar, dass das kleine Mädchen auch kognitive Einschränkungen haben würde. Die erste Zeit war für die Familie daher sehr schwer, doch die ehemalige Stewardess und der Chef eines Steuerbüros fanden sich langsam in ihre neue Rolle ein. Zwei Jahre später sahen sie die kleine Jessy auf einem Werbeflyer für eine Spendenaktion. Das kleine Mädchen, das ebenfalls aus Südkorea kam, wurde in der 28. Woche als extremes Frühchen geboren und war nicht nur blind, sondern litt an einer extremen Form von Autismus und einer schweren geistigen Behinderung. Sie galt als „nicht vermittelbar“, doch für die Bartlings war es Liebe auf den ersten Blick. Sie adoptierten Jessy und kurze Zeit später auch die kleine Abi, die schon als Baby ein extremes Schicksal hinter sich hatte.

Abi wurde als Baby nämlich in Indien in einem Mülleimer von einem Polizisten entdeckt und in ein Kinderheim gebracht. Im Laufe der Jahre kam das Jugendamt immer wieder auf die Familie Bartling zurück, und schließlich adoptierten sie auch noch David aus China, Obed aus Westafrika und Bethany aus Thailand. Mittlerweile sind aus den kleinen Kindern junge Erwachsene geworden, doch während sich andere Teenager in diesem Alter langsam von den Eltern abkapseln und ihre eigenen Wege gehen, sind die Bartling-Kinder noch immer voll auf ihre Eltern angewiesen. Grund genug, jetzt auch mal einen Blick auf ihren Alltag zu werfen, denn der ist alles andere als gewöhnlich.

So sieht der Tagesablauf der Familie mit sechs Kindern aus

Während David aktuell aufs College geht und auf dem Campus wohnt, leben Hanna, Jessy, Abi, Obed und Bethany noch immer bei ihren Adoptiveltern und sind fast rund um die Uhr auf die Hilfe ihrer Eltern angewiesen. Joe und Karen haben sich bewusst dazu entschieden, die Kinder ohne die Hilfe von Sozialarbeitern zu betreuen, was allerdings bedeutet, dass der Tag für die beiden sehr früh beginnt. In der Regel klingelt der Wecker um 5:00 Uhr, denn wie jeder andere Teenager auch gehen die Bartling-Kinder noch zur Schule oder sogar Arbeiten. Und wie bei jeder anderen Großfamilie auch herrscht vor allem am Morgen großes Chaos im Haus.

Während sich Hanna und Bethany selbstständig anziehen und sich für den Tag vorbereiten können, brauchen Jessy, Obed und Abi die Hilfe ihrer Eltern. Gerade die Morgenroutine ist für Jessy eine große Herausforderung. Wie eben schon erklärt, leidet sie an einer extremen Form von Autismus und Jessy braucht morgens sehr lange, um aus dem Bett zu kommen. Oft wird sie wütend und lässt sich dann von niemandem Helfen. Eine Situation, die die meisten Menschen vermutlich aus dem Konzept bringen würde, doch für Joe und Karen gehört das zu täglichen Routine und sie wechseln sich jeden Morgen mit dem Wecken ihrer Tochter ab. (https://www.youtube.com/watch?v=KHo48CdF2cQ  ab 6:49: Jessy will nicht aufstehen und wehrt sich)

Und während sich der eine um Jessy kümmert, befindet sich der andere schon beim 14-Jährigen Obed. Der Teenager kam ebenfalls mit einer Form des Autismus zu Welt und kann weder sehen noch sprechen. Außerdem leidet er unter einer infantilen Cerebralparese, die eine bleibende Störung des Haltungs- und Bewegungsapparates verursacht hat. Das heißt, dass er nicht selbstständig laufen kann und er an Spastiken in den Muskeln leidet. Um sich in der Nacht nicht zu verletzten, hat Obed ein Spezialbett, für dass die Eltern 13.000 Dollar zahlen mussten. Nach dem Wecken wird er angezogen und anschließend bekommt er Hilfe beim Zähneputzen. (https://www.youtube.com/watch?v=KHo48CdF2cQ  ab 8:31: Obed wird geweckt, angezogen und bekommt Essen)

Währenddessen machen sich auch Hanna und Abi fertig. Die beiden teilen sich nicht nur das gleiche Zimmer, sondern auch das gleiche Schicksal. Das schweißt sie zusammen und Hanna kümmert sich liebevoll um ihre kleine Schwester, die ebenfalls beim Anziehen auf Hilfe angewiesen ist. Dinge, wie eine Bluse zuknöpfen oder eine Schleife binden, sind für Abi unüberwindbar, aber Hanna ist froh, wenn sie für ihre Schwester da sein kann und unterstützt sie gerne. (https://www.youtube.com/watch?v=ZVniBmf0uT4 ab 1:18 Hanna hilft Abi beim Anziehen)

Anschließend trifft sich die Familie beim Frühstück im Esszimmer und Joe und Karen legen Wert darauf, dass die Kinder – soweit es ihnen möglich ist – bei den Vorbereitungen helfen. Sie übernehmen das Tisch decken, kochen Kaffee oder bereiten das Frühstück zu. Dafür ist es wichtig, dass alle Dinge des täglichen Bedarfs immer am gleichen Ort liegen und so schnell gefunden werden können. Doch weil völlig banale Dinge, wie das Servieren des heißen Kaffees, schnell in einer Katastrophe enden können, haben die blinden Geschwister eine besondere Strategie entwickelt. Sie sagen immer laut, an welchem Ort sie sich gerade befinden und was sie dort gerade tun. Das hat auch den Vorteil, dass sie schnell gefunden, wenn sie selbst einmal Hilfe benötigen. (Einspieler:https://www.youtube.com/watch?v=ZVniBmf0uT4 3:47 – 4:00)

Nach dem Frühstück wird Abi bereits um 06:45 Uhr vom Schulbus abgeholt. Die Teenagerin besucht trotz ihrer Behinderungen eine normale High-School, in der sie von speziell ausgebildeten Lehrern betreut wird. Sie lernt dort Lesen, hat Musikunterricht, lernt Kochen und wie man mit Geld umgeht. All diese Dinge, sollen sie auf ein möglichst selbstständiges Leben vorbereiten. Obwohl Abi in der Schule nur schwer Anschluss findet, liebt sie ihren Schulalltag und sie ist ein lebensfrohes Mädchen. Ihre Eltern bezeichnen sie sogar als Wunder, weil sie jeden noch sie harten Schicksalsschlag überlebt und den Weg in ihre Familie gefunden hat. (https://www.youtube.com/watch?v=ZVniBmf0uT4 ab 10:49: Abi in der Schule)

Auch Obed und Jessy besuchten vor der Corona-Pandemie noch ihre jeweiligen Schulen und Einrichtungen, doch seit der gesundheitlichen Krise betreuen Joe und Karen Bartling ihre Kinder ausschließlich zuhause. Das Paar ist mittlerweile im Ruhestand und davon überzeugt, dass sie nur so ihren Kindern die bestmögliche Förderung ermöglichen können.

Während Jessy im Wohnzimmer an einer speziellen Musiktherapie teilnimmt, betreut Karen ihren 14-Jährigen Sohn Obed. Sie haben ihren Keller extra komplett umgebaut und dort ein regelrechtes Therapiezentrum eingerichtet. Dabei bekommt sie Hilfe von ihrer Tochter Bethany, die in diesem Jahr die High-School abgeschlossen und erstmal eine Pause machen will. Für Karen bedeutet das nicht nur eine Entlastung im Alltag. Sie glaubt auch, dass Bethany so viele Dinge lernen kann, die für einen späteren Job hilfreich sein können. (https://www.youtube.com/watch?v=KHo48CdF2cQ ab 13:27 Musiktherapie für Jessi, ab 22:00 Unterricht für Obed)

Hannah hat bereits seit eineinhalb Jahren eine feste Anstellung und arbeitet an 5 Tagen in der Woche in der Backstube einer inklusiven Bäckerei. Weil Hanna, wie eben schon erwähnt, auch unter kognitiven Defiziten leidet, wird sie in der Backstube von einer Integrationskraft betreut. Sie ist allerdings kaum noch auf diese Unterstützung angewiesen und eine echte Hilfe in der Backstube. Sie kennt alle Rezepte auswendig und weiß genau, wo sich die Zutaten und Arbeitsgeräte befinden. Und damit die Kuchen und Kekse auch immer die gleich schmecken, verwendet Hannah zum Abwiegen der Zutaten eine sprechende Waage. (https://www.youtube.com/watch?v=ZVniBmf0uT4 ab 17:14: Hanna arbeitet in der Bäckerei)

Am Nachmittag unternimmt die Familie in der Regel gemeinsame Ausflüge. Joe und Karen haben sich einen riesigen Van gekauft, in der jedes Familienmitglied seinen Platz findet. Sie lieben es gemeinsam einkaufen zu gehen oder auf Antikmärkten zu stöbern. Auch Restaurantbesuche gehören zu ihren liebsten Beschäftigungen, doch dabei ziehen die Bartlings alle Blicke auf sich. Mutter Karen sagte in einem Interview, dass es regelmäßig vorkomme, dass Leute ihnen Geld zustecken oder das Essen bezahlen wollen. Viele glauben, dass Joe und Karen eine Wohltätigkeitsorganisation oder Blindenschule leiten, doch für das Paar ist das ihr ganz normaler Familienalltag. Sie lieben ihre Kinder über alles und haben es nie bereut, diesen schwierigen Weg gegangen zu sein.

Auch die Geschwister sehen ihr Schicksal nicht als eine Bürde. Sie sind glücklich und wollen mit niemandem tauschen. (Einspieler: https://www.youtube.com/watch?v=ZVniBmf0uT4 24:24 – 24:33) Dass ihre anderen Geschwister ebenfalls blind sind, empfinden sie als positiv. Denn es schweißt sie zusammen und sie sind nicht nur Brüder und Schwestern, sondern richtige Freunde, die immer füreinander da sind. Dass sie sich gegenseitig helfen und bei ihren individuellen Bedürfnissen unterstützen, macht sie laut Karen zu großartigen Persönlichkeiten mit jeder Menge Mitgefühl.

Am Abend sitzt die Familie wieder gemeinsam beim Abendessen. Für Joe und Karen bedeutet das, dass sie Obed und Jessy füttern müssen. Abi, Hanna und Bethany essen selbstständig und gemeinsam am Tisch. Damit sie wissen, was auf der Gabel landet, wird vorher genau abgesprochen, wie das Essen auf dem Teller angeordnet ist. (Familienessen ab 27:40 https://www.youtube.com/watch?v=ZVniBmf0uT4&app=desktop )

Um 19:30 Uhr ist der Tag für die Kinder vorbei. Joe und Karen bringen sie ins Bett, doch dann ist der Tag für sie noch lange nicht beendet. Das Paar muss Vorbereitungen für den nächsten Tag treffen und Materialien für den kommenden Unterricht heraussuchen. Erst dann haben die beiden ein Paar ruhige Minuten, die sie nur für sich nutzen können. Obwohl das Paar oft an seine Grenzen kommt, sind sie glücklich. Und dass die Kinder ebenfalls glücklich sind, spürt man in jedem Augenblick. (vielleicht können wie hier noch mal einen knappen Zusammenschnitt mit glücklichen Momenten zeigen z.B. 5:00 – 5:03 und ab 23:40 und ab 25:00 https://www.youtube.com/watch?v=ZVniBmf0uT4&app=desktop)

Das wars auch schon mit unserem Video. Schreibt uns gerne mal in die Kommentare, was ihr von den Bartlings und ihrem Alltag haltet. Ansonsten liked dieses Video, wenn es euch gefallen hat und bis zum nächsten Mal, hier bei wissenswert.

 

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